Der Begriff Legasthenie

Immer dann, wenn ein Kind mit Buchstaben oder Zahlen beschäftigt ist, tritt eine zeitweise Unaufmerksamkeit auf, die zu Wahrnehmungsfehlern führt. Aus vermutlich genetischen Gründen sind die Sinneswahrnehmungen nicht ausreichend für das Erlernen des Schreibens, Lesens und Rechnens geschärft. Durch diese „unscharfen“ Sinneswahrnehmungen und die daraus folgende Unaufmerksamkeit entstehen optische, akustische oder räumliche Wahrnehmungsfehler.

Im Training wird einerseits daran gearbeitet, die Wahrnehmung für die Arbeit am Symbol zu schärfen und somit die Aufmerksamkeit dafür zu stärken, andererseits beschäftigt man sich intensiv mit den Fehlern, die passieren .

Legasthenie ist keine Krankheit und keine Behinderung. Es ist eine Veranlagung! Ein legasthener Mensch braucht eine andere Art der Förderung, eine andere Art des Lernens. Durch konsequentes und regelmäßiges Training und Berücksichtigung der individuellen Persönlichkeits- und Lernstruktur des/der Betroffenen können recht stabile und solide Leistungen im Lese-Rechtschreibbereich erbracht werden.

„Der legasthene Mensch“, Astrid Kopp-Duller

Der Begriff ADHS

Kernmerkmale setzen sich zusammen aus einer Aufmerksamkeitsstörung (z.B. erhöhte Ablenkbarkeit), einer Hyperaktivität (z.B. motorische Unruhe und starker Bewegungsdrang) und einer Impulsivität (z.B. erhöhte Reizbarkeit).

Mittlerweile ist der Begriff ADHS etabliert, wird aber häufig noch in die zwei Ausprägungen ADHS und ADS unterschieden. Das „H“ steht für die Zuschreibung „Hyperaktivität“. In einem zeitgemäßen Verständnis ist diese Unterscheidung jedoch so nicht mehr haltbar, weil man weiß, dass Hyperaktivität in unterschiedlich stark sichtbaren Ausprägungen vorkommen kann.

„Ein Kopf voll Gold – Was neurodivergente Kinder brauchen und wie wir sie stärken können.“, Saskia Niechzial